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Was ist Konservierung und Restaurierung?
Konservator:innen und Restaurator:innen arbeiten täglich daran, dass Kunstwerke, Dokumente und Alltagsgegenstände aus vergangenen Jahrhunderten auch künftigen Generationen zugänglich bleiben. Ihre Arbeit ist komplex, faszinierend – und meistens unsichtbar.
Der Europäische Tag der Restaurierung ändert das:
Einmal im Jahr lädt der Berufsverband dazu ein, die Türen zu öffnen und diese stille Arbeit sichtbar zu machen.
Konservierung und Restaurierung – was ist der Unterschied?
Konservierung umfasst Massnahmen, welche Objekte stabilisieren und den weiteren Verfall verlangsamen. Dabei kann es sich um Massnahmen am Objekt, wie auch um präventive Massnahmen bezüglich Lagerung, Transport und Verpackung handeln. Ziel ist die langfristige Erhaltung für kommende Generationen.
Restaurierung geht einen Schritt weiter: Wenn der Zustand des Objektes nicht mehr zufriedenstellend ist und fehlende Teile ergänzt oder Schäden behoben werden müssen, werden restauratorische Massnahmen angewendet. Restaurierungen werden mit dem Ziel umgesetzt, das Original so wenig wie möglich zu verändern und alle Eingriffe dokumentiert und reversibel zu halten.
In der Praxis gehen beide Tätigkeiten Hand in Hand. Deshalb heisst der Beruf offiziell Konservator:in-Restaurator:in.
Die Vielfalt der Spezialisierungen
Restaurierung ist kein einheitlicher Beruf – je nach Material, Epoche und Objektart gibt es Dutzende Spezialisierungen. Beim Tag der Restaurierung begegnen Sie zum Beispiel Fachleuten für:
- Gemälde und Skulpturen
- Papier, Bücher und Archivgut
- Textilien und Leder
- Fotografien und audiovisuelle Medien
- Wandmalerei und Architekturoberflächen
- Archäologische und ethnografische Objekte
- Uhren und wissenschaftliche Instrumente
- Zeitgenössische und digitale Kunst
Diese Vielfalt zeigt sich auch im Programm:
Jede Veranstaltung gewährt Einblick in einen anderen Bereich – und oft in Objekte, die man sonst nie zu sehen bekommt.
Der Europäische Tag der Restaurierung
Wie alles begann
2018 — E.C.C.O., der europäische Dachverband der Restaurierungsverbände, lanciert erstmals den Europäischen Tag der Restaurierung anlässlich des Europäischen Kulturerbejahres. Seither findet er jährlich am dritten Sonntag im Oktober statt.
2022 — Der Schweizer Verband für Konservierung und Restaurierung (SKR) und der Swiss Conservation-Restoration Campus bringen den Aktionstag in die Schweiz. Zum ersten Mal öffnen Schweizer Ateliers und Institutionen ihre Türen.
Heute — Der Tag der Restaurierung ist in mehreren europäischen Ländern etabliert. In der Schweiz koordiniert der SKR die jährliche Durchführung, gefördert durch das Bundesamt für Kultur (BAK).
Der Tag der Restaurierung in der Schweiz – ein Rückblick
Seit 2022 öffnen jedes Jahr im Oktober Restaurierungsateliers, Museen und private Werkstätten in der ganzen Schweiz ihre Türen. Ein Blick zurück zeigt, wie vielfältig der Tag der Restaurierung ist – und was Besucher:innen in den vergangenen Jahren erleben durften.

Museum der Kulturen Basel: Besucher:innen versuchten sich an einer Retusche, 2025
Die Restauratorinnen des MKB gaben Einblick in ihre Arbeit im Rahmen der Ausstellung "Schöpfer:innen".
An einem Deko-Objekt aus Mexiko durften sich die Besucher:innen an einer Retusche versuchen.

Einblick in das Atelier einer freischaffenden Gemälderestauratorin, 2025
Elena Manco öffnete ihre Türen und zeigte, was die Restaurierung von Gemälden und Skulpturen für Museen und Privatsammler bedeutet.

Führung auf dem Restaurierungsgerüst im Kloster St. Johann Müstair, 2025
Eine Führung auf dem Gerüst der Mittelapsis gab einen direkten Einblick in die laufende Restaurierung der Wandmalereien der Klosterkirche.

Offene Türen in einem Restaurierungskollektiv, 2024
Im Atelier 40a in Bern werden Werke auf Papier, Skulpturen, Gemälde und Medienkunstwerke erhalten, dokumentiert und restauriert.

Baustellenführung am Berner Münster, 2024
Seltener Blick auf das spätgotische Netzgewölbe des Berner Münsters – auf einer Baustellenführung zeigte die Münsterbauhütte das laufende Restaurierungsprojekt an Gewölbe und Mittelschiffwänden aus nächster Nähe.

Latex, Plastilin und Miesmuscheln im Kunstmuseum Luzern, 2024
Zwei Restauratorinnen sprachen über die Werke von Paul Thek, in der Ausstellung Woher kommst du? Wie Kunst in die Sammlung gelangt
